Menschen können untereinander unsolidarisch sein und sich vorrangig an egoistischen Zielen orientieren. Das wird gemein als moralisch fragwürdig wahrgenommen und entsprechend verurteilt.
Die hierbei eingeforderte Solidarität ist eine von speziesinterner Art. Sie versucht zu regeln, wie Mitglieder der gleichen Spezies – in dem Falle Menschen – sich verantwortlich zu begegnen haben.
Diese Beschränkung des Anwendungsbereichs erscheint willkürlich und es leuchtet nicht ein, weshalb darauf verzichtet werden soll, eine sich auch über die Speziesgrenzen hinaus erstreckende Solidarität zu postulieren. Die Bekämpfung des Klimawandels würde hier unter einer Vielfalt von Beispielen bloss das prominenteste darstellen.
Die Folge wäre, dass dann auch von Egoismus gegenüber anderen Formen des Lebens auf dem Planeten die Rede sein müsste, der ebenso zu verurteilen wäre, wie der sich gegen Mitmenschen richtende.
Und das wiederum würde einen zur Frage hinführen, ob im Sinne eines radikalen Aktes der speziesübegreifenden Solidarität, die Menschheit nicht aufgerufen wäre, sich selbst aussterben zu lassen. Einfach durch Fortpflanzungsverzicht, sogenannten Antinatalismus.
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